Blut in Tassen

23 Jan

Einmal im Monat räumt mein Körper auf. Nicht nur meiner, sondern der von einigen Menschen auf dieser Erde. Dann kommt die rote Armee, der rosarote Panther, die Erdbeerwoche, das rote Meer oder irgendein anderer höchst kreativer Name den sich Menschen ausgedacht haben um einen völlig normalen Vorgang bloß nicht beim Namen nennen zu müssen. Denn Menstruation ist immer noch ein Tabuthema über welches nur im Flüsterton geredet wird und am besten noch oben genannte Kosenamen verwendet werden. Sie ist eklig und unrein (NICHT!).

Wahrscheinlich ist das mit Grund warum Viele einfach nur still und heimlich in den nächsten Drogeriemarkt verschwinden und Tampons kaufen, wie es alle tun, ohne drüber nachzudenken ob das wirklich gut so ist oder sich gar darüber auszutauschen.

Weil wir Müllberge produzieren…

16.800 Binden oder Tampons verbraucht eine Frau* laut Reset.org¹ in ihrem Leben. Das sind weltweit 45.000.000.000 pro Jahr – ein unvorstellbarer Müllberg. Und das nicht, wie wir uns gerne einreden, aus Baumwolle sondern hauptsächlich aus Kunststoff, welcher uns sicher noch einige Jahrhunderte erhalten bleibt.

Weil wir uns und Anderen damit nichts gutes tun…

Tampons saugen nicht nur das Blut auf, sondern alle Flüssigkeit. Auch jene die in eine gesunde Scheidenflora rein gehört! Bei empflindlichen Frauen kann das schnell das Gleichgewicht durcheinander bringen und dadurch anfällig für Pilze und Infektionen machen. ³

Ökotest² hat in einigen Tampons krebsverdächtige Substanzen entdeckt. Von den Bleichmitteln und Chemikalien, die bei der Herstellung verwendet werden, gar nicht erst zu reden. Und auch die verwendere Baumwolle wird höchst warhscheinlich mit entsprechend hoher Pestizidbelastung angebaut worden sein. Etwas was ich weder in meinem Körper haben möchte, noch den Ernterbeiter_innen dieser Baumwolle antun möchte. Denn ein Siegel für fair hergestellte Tampons und Binden gibt es bisher nicht!

Doch trotzdem greifen die Meisten auf herkömmliche Tampons und Binden zurück – weil wir es so kennen und die Werbung uns keine Alternativen zeigt!

Quelle: http://www.meluna.org/

Aber es gibt sie ! Die Idee der Menstrutionstasse ist nicht neu, sondern wurde schon in den 30ern erfunden – trotzdem ist sie immernoch wenig verbreitet. Denn sie spielt durch ihre Wiederverwendbarkeit nicht annähernd so viel Geld in die Kasse von Firmen wie es die Produktion von Tampons und Binden tun, und außerdem würde mensch feststellen: Mein Blut ist ja gar nicht so eklig wie es immer dargestellt wird.

Menstruationstassen werden ähnlich verwendet wie Tampons. Mit dem Vorteil das sie weder die Scheidenflora stören noch riesige Müllberge produzieren. Außerdem gibt es sie nicht in sterilem Krankenhaus weiß sondern vielen Farben (und Formen).

Sie fangen das Blut auf, lassen sich einfach entleeren, kurz reinigen und dann über viele Jahre hin.weg wieder und wieder verwenden.
Am Ende der Menstruation koche ich diese entweder aus oder verwende Gebissreiniger Tabs von Dontodent, welche übrigens vegan sind!

Außerdem gibt es auch waschbare Binden und Slipeinlagen. Statt unbequemen und nicht atmungsaktiven Kunststoffeinlagen sind diese aus Baumwolle. Nach dem Verwenden kurz auswaschen und je nach Jahreszeit in der Sonne oder auf der Heizung trocknen lassen. Am Ende der Tage dann einfach einmal richtig waschen – und auch diese sind eine Investition in mehrere Jahre!

Ich persönlich habe mich bei meinem Kauf für Produkte von Me Luna entschieden, da diese auch für Studierende erschwinglich sind und außerdem in Deutschland produziert werden (was ansich natürlich irrelevant ist, aber zumindest schonmal zu krasse Ausbeutungsverhältnisse bei der Herstellung ausschließt!). Es gibt allerdings auch viele andere Firmen und die Möglichkeit sich Slipeinlagen und Binden selbst zu nähen.

Mir hat es außerdem geholfen mich mehr mit meinem Körper auseinander zu setzen. Festzustellen wie viel Blut ich eigentlich wirklich verliere und meine Menstruation nicht mehr als etwas ekliges anzusehen was ich mit krankenhaus-ähnlichen Propfen stoppen und danach schnell entsorgen muss.

Denn drum herum komme ich sowieso nicht! Dann doch lieber gesünder, günstiger, nachhaltiger und vorallem farbenfroher als bisher….

*Frau wurde hier übernommen von reset.org
Ich möchte aber anmerken das ich bewusst probiere auf die Festlegung von Frau = Menstruation zu verzichten! „Some men have vaginas. Get over it! Some women have a penis. Get over it!“ Und andere Frauen haben nicht mehr, noch nicht und werden ihre Menstruation vielleicht auch nie haben.

weiterführende Links:
http://maedchenblog.blogsport.de/2007/01/13/74/

¹ http://reset.org/act/nachhaltige-monatshygiene-kein-muell-der-regel

² http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=91680;bernr=10;co=

³ sagt mein Frauenarzt

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