Archiv | März, 2014

Cesar Milan – weil ichs nicht mehr hören kann!

24 Mrz
Geht es um das Zusammenleben mit Hunden kommt eins um Hunde“erziehung“ und damit früher oder später um „Cesar Milan“ nicht herum. Der selbsternannte „Hundetrainer“ aus den USA wird immernoch vergöttert und weiterempfohlen, obwohl längst bekannt ist, dass er mit veralteten Dominanz-Theorien arbeitet, Stachelhalsbänder und Elekroschocks benutzt und auf verschiedene Arten körperlich und psychisch Gewalt ausübt.
Wer sich für ein Zusammenleben mit Hunden entscheidet sollte dies im Gegenseitigen Respekt tun, und nicht auf Unterdrückung und Gewalt basierend.

Wenn die Methoden nur, wie oft behauptet, in „Ausnahme bei hoffnungslosen Fällen“ angewendet werden, frage ich mich wieso sie im Fernsehen gezeigt werden. Und gerade bei solchen „hoffnungslosen Fällen“ ist es umso wichtiger dir Ursache des Problems zu lösen und nicht die Symptome mit Gewalt zu unterdrücken.

Ergänzung – 18.06.2014

Traurigerweise hat am 12.06.2014 selbst die jungle world, eine Zeitung mit emanzipatorischen Anspruch, Cesar Milan interviewt und ihm viel zu viel Raum zur positiven Selbstdarstellung gegeben und dabei kaum kritisch hinterfragt. Wieder einmal werden andere Spezien in der Utopie einer befreiten Gesellschaft außen vor gelassen. Wenn sie uns nicht gerade dienen um Lebensmittel, Kleidung und andere Produkte für Menschen zu werden oder zu produzieren, sollen sie als Haustiere herhalten und gefälligst nach Menschenwillen funktionieren.
Speziesismus lässt sich mit einer zu Ende gedachten Theorie der befreiten Gesellschaft einfach nicht vereinbaren, und deswegen haben Menschen wie Cesar Milan nichts einer solchen Zeitschrift zu suchen. Noone is free until all are free!

Und viel mehr gibt es da für mich nicht zu sagen, denn Bilder sprechen mehr als tausend Worte….

Bericht im US-TV inklusive Elektro-Schock Einsatz:
Folge mit Stachelhalsband, bewusst an die empfindlichste Stelle am Körper gelegt. Ist auf spanisch aber die Anfangs-Bilder und dann ab 5.20 Minuten reichen völlig aus. Dieser Hund ist NICHT therapiert, sondern nun eine tickende Zeitbombe die nun eine wirklich gute Therapie braucht.
Negatives vs positives Training: https://www.youtube.com/watch?v=buUHYM9ymc8
Und wer so wenig Ahnung von Hunden hat, wird auch schonmal gebissen….
Diesen Hund nach so vielen Beschwichtigungs- und Warnsignalen noch zum beißen zu bringen ist schon fast ne Kunst für sich! https://www.youtube.com/watch?v=wiSS97ve2Iw
Advertisements

Weil anschreien scheiße ist….

10 Mrz

… und das nicht nur für die Hunde welche selbst angeschrien werden!

– Darta liebt Rad fahren. Es ist die einzige Beschäftigung außerhalb der Wohnung, neben jagen, bei der er wirklich entspannt ist. Wenn er neben dem Rad läuft achtet er genau auf mich, schon auf kleinste Tempo und Richtungsänderungen, sein Körper entspannt sichtlich und er hat einfach Spaß. Selbst brenzlige Situationen kriegen wir so halbwegs souverän gemeistert….. –

Unser erster Versuch in Spanien April 2013
Seitdem natürlich nur noch mit Geschirr und Lotta meist ohne Leine 🙂

Und so fuhren wir auch heute mit dem Rad. Dabei saßen zwei Menschen mit ihren 3 Hunden an einer Kreuzung auf einer Bank. Ich quietschte extra laut mit den Bremsen, damit sie nicht zu sehr überrascht werden und fuhr langsam heran, Die beiden, ins Gespräch vertieft, bekamen natürlich trotzdem nicht mit das wir drei ankamen. Die Hunde dafür umso mehr, und sie sprangen bellend auf uns zu. Das ist zwar nicht unbedingt toll, war aber in Ordnung. Lotta konnte weiträumig ausweichen und Darta und ich blieben stehen damit er Raum zum kommunizieren hat. Nun sprang nur leider auch die Frau auf, und bellte doppelt so laut wie ihre Hunde „Hiiiiiiiiier!“. Keine Reaktion seitens der Hunde (warum auch?).

Die Hunde fand Darta zwar nicht unbedingt cool, aber es war okay. Das nun aber eine Frau laut rufend und mit einem Stock in der Hand gestikulierend auf uns zu stürmte – das fand er richtig sch***. In Panik versuchte er auf die andere Seite meines Rads „in Sicherheit“ zu springen, verhedderte sich dabei und riss mich fast um. Die Frau ging weiter auf ihre Hunde, und damit uns“, zu. Ich war selbst ziemlich erschrocken und sage schon fast panisch (weil halb am umkippen), sie solle aufhören so auf uns zu zu gehen und so laut zu sein, mein Hund habe Angst. Ja, das sehe sie schon, aber sie ginge ja nur auf IHRE Hunde zu (die direkt neben uns standen). Ich sage ihr, dass das meiner aber nunmal nicht weiß. Als sie kurz inne hält ergreife ich die Chance und fahr wortlos schnell weiter, die Leine noch auf der falschen Seite. Hauptsache weg!
Glücklicherweise scheint Darta wirklich beträchtlich weiter zu sein, und er war schon nach einen Metern recht schnell wieder entspannt, wechselte die Seite und trabte wieder friedlich neben mir her. Früher hätte das anders ausgesehen.
Menschen sind ja schon schlimm genug. Aber erst drei bellend auf uns zu stürmende Hunde, dann eine wild rufende Frau mit einem Stock in der Hand hinterher?

Doch leider sind das aber keine Ausnahmefälle. Immer wieder stürmen Hunde auf uns zu. Entweder die Menschen machen gar nichts, und meistens wird Lotta dann gejagd bis ich dann meine Stimme selbst erhebe und den fremden Hund zur Ordnung rufen muss (wofür in 90% der Fälle ein einmaliges lautes „STOP“ reicht), oder die Menschen stürmen ähnlich hinterher wie diese Frau und machen alles noch schlimmer.

Warum sollte ein Hund kommen, wenn es keinen Anreiz gibt?
Wie entspannter es doch wäre, würden wir lernen unsere Hunde lieb zu bitten zu uns zu kommen, Spaß mit Ihnen haben und Anreize bieten statt Verbote aufzustellen! Wir müssen sie endlich in ihren individuellen Bedürfnissen ernst nehmen anstatt in Regeln zu pressen und diese mit Wut durchzusetzen.

Übers l(i)eben lassen

10 Mrz

… Grenzen und Hierarchien zwischen Freund_innenschaften, Liebe und Sex(ualität) durcheinander schmeißen

• Respekt statt Regeln!

• Nichts erwarten, und keinen Erwartungen entsprechen

• Dynamik und Vielfalt statt fertige Formen und Exklusivität

• Für mehr Solidarität und weniger Aufopferung

• Freude statt Eifersucht

• Gemeinsam und alleine

….. einfach mal l(i)eben lassen!

„Hab‘ keine Angst mein Hund“- Buchrezension

1 Mrz

„Hab‘ keine Angst, mein Hund – Ängste bei Hunden erkennen und abbauen“
von Rolf C. Franck und Madeleine Grauss für 10,95Ich habe mich auf Empfehlung hin recht spontan das Buch geholt. Es ist seinem Preis entsprechend nicht sehr dick und hat viele Bilder statt Text.Zu Anfang wird auf den Grund und die Entstehung von Ängsten eingegangen. Dabei wird mehrfach der Vergleich zu Wölfen gezogen, dann sich aber wieder davon distanziert, dass der Hund ein Wolf sei [vgl S.8 ff.].

 

Ich habe mich auf Empfehlung hin recht spontan das Buch geholt. Es ist seinem Preis entsprechend nicht sehr dick und hat viele Bilder statt Text.

Zu Anfang wird auf den Grund und die Entstehung von Ängsten eingegangen. Dabei wird mehrfach der Vergleich zu Wölfen gezogen, dann sich aber wieder davon distanziert, dass der Hund ein Wolf sei [vgl S.8 ff.].

Gut finde ich die Distanzierung zu alten Rudelführer_innentheorien, leider wird auf das „Warum“ gar nicht eingegangen. Die Gründe für typische Verhaltensstrategien (Flucht und Aggression) sind anschaulich erklärt. Eine Einteilung in vier Angstzustände zieht sich durchs ganze Buch und ist hilfreich zur Orientierung.

Es wird sehr gut und einleuchtend erklärt warum flodding, Ignoration und Konfrontation/Habituation oft die Angst verschlimmern und nicht angwandt werden sollten. Dabei wird aber nicht näher erläutert das das Umgehen von Konfrontation und sogar flodding manchmal nicht möglich ist (nicht als Methode, sondern auf Grund der äußeren Umstände und der speziellen Angst). Dann werden viele typische Angstsituationen erklärt und gute Lösungsstrategien aufgezeigt. Diese sind für Menschen mit Hunden die leichte bis mittlere Angst haben auch sehr gut umsetzbar und vorallem rein positiv. Für Menschen die sich das erste mal mit Angst beschäftigen gibt das sicherlich einen guten Überblick und gute Ansätze. Leider gibt es nur wenige Tipps für „angstbestimmte“ Hunde (Stufe vier) und viele sind absolut nicht umsetzbar mit solchen Hunden. Deswegen konnte ich für unsere Lage nur wenige Tipps herausziehen, auch wenn ich ein paar Sachen mitnehmen konnte.

 

 

Ganz großen Abzug gibt es dafür, dass die meisten der fotografierten Hunde nur am Halsband geführt werden (und das bei Angsthunden), auf eine gute Sicherung (Panikgeschirr) nicht eingegangen wird und vor Allem ein Hund sogar NUR am Halti geführt und dies auch empfohlen wird („der Gentle Leader verhindert unerwünschte Verhaltensweisen“ [S.55]).
Außerdem wird (wie leider so oft in der angeblich gewaltfreien Erziehung) bei Hunden die Futter nicht so interessant finden empfohlen dieses“deutlich [zu] reduzieren“ um es „aufzuwerten“ [S.38] und erklärt „sollte der Hund nach dem Kong regelrecht süchtig gemacht werden“ [S.62].

 

Das Versprechen in der Einleitung „Sie halten ein Buch in der Hand, das Ihnen helfen wird“ [S.7]wird leider nur teilweise erfüllt, aber ich konnte ein paar Anreize daraus mitnehmen und denke für Menschen mit Hunden mit weniger starken Ängsten kann es hilfreicher sein!