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Übers l(i)eben lassen

10 Mrz

… Grenzen und Hierarchien zwischen Freund_innenschaften, Liebe und Sex(ualität) durcheinander schmeißen

• Respekt statt Regeln!

• Nichts erwarten, und keinen Erwartungen entsprechen

• Dynamik und Vielfalt statt fertige Formen und Exklusivität

• Für mehr Solidarität und weniger Aufopferung

• Freude statt Eifersucht

• Gemeinsam und alleine

….. einfach mal l(i)eben lassen!

Von ehrlichen Worten und scheuen Rehen

11 Okt

In meiner Utopie über zwischenmenschliche Beziehungen war immer klar, wenn einfach offen über Bedürfnisse und Gefühle gesprochen wird, dann kann nichts schief gehen oder kompliziert werden. Wie falsch ich lag.

Wie schwer es manchmal ist ehrlich zu sein, ohne die Angst damit Menschen zu verschrecken.
Und noch schwerer ist es akzeptieren zu lernen, dass nicht alle Personen ehrlich darauf antworten können oder wollen.

Wie viel leichter würde es sein wenn wir einfach ohne Bedenken unseren Bedürfnissen Raum geben könnten. Und die betreffende Person auch genauso ehrlich antworten darf, auch wenn sie Bedürfnisse nicht erwidert. Aber sie genau dies auch sagen darf, anstatt andere im ungewissen zu lassen.

Dort wo Gefühle und Bedürfnisse offen kommuniziert werden können (von beiden Seiten) erlebe ich das Zusammenleben zwischen Menschen so viel leichter. Keine_r muss Angst haben ehrlich zu sein, auch wenn es Mitteilungen sind die in anderen Kontexten vielleicht als Ablehnung wahrgenommen werden würden.
Doch ich lerne auch, dass nicht alle Personen so offen sein können und_oder wollen. Und auch das muss in Ordnung sein und akzeptiert werden.
Aber ein so emotionsgeleiteter und ehrlicher Mensch wie ich gerät dabei immer wieder an die persönlichen Grenzen diese Menschen einfach sein zu lassen.
Manchmal scheint es als erleichtere ich mit ehrlichen Worten nichts, sondern vertreibe ins Herz geschlossene Menschen wie scheue Rehe….

WARUM? – Herrschaftsfrei lieben

26 Sep

Warum eigentlich habe ich mich entschlossen, das herkömmliche, traditionelle Beziehungskonzept von serieller Monogamie oder auch romantischer Zweierbeziehung (RZB) nicht weiter zu leben?
Gründe dafür gibt es viele. Ausschlaggebend war wohl das innerliche (anfangs nicht definierbare) Gefühl, mich in vergangenen Beziehungen immer „unfrei“ gefühlt zu haben, obwohl ich augenscheinlich doch alles „durfte“. Nur andere Menschen zu gern haben und ggf. auch körperliche Nähe zu teilen, das war ein Tabubruch. Sowohl gesellschaftlich als auch zwischenmenschlich innerhalb der Beziehung.
Irgendwann begann ich, mich mit verschiedenen anderen Liebes- und Lebensentwürfen auseinanderzusetzen und fand den passenden Menschen in meinem Leben, der genau dies auch wollte und immer noch, nach mehr als zwei Jahren, will und gemeinsam mit mir lebt. Ich habe mich entschieden, Liebe, Gefühle und Sexualität nicht länger als exklusiven Besitzanspruch an aufeinanderfolgende Beziehungen zu „vergeben“ bis diese aus irgendwelchen Gründen „beendet werden“ und die Exklusivität an die nächste Person versprochen wird (serielle Monogamie).
Meine Gefühle und meine Sexualität gehören nur mir. Meine Liebe wird nicht weniger, wenn ich sie teile. Ich selbst kann entscheiden, wann ich was mit wem teilen möchte und ich möchte auch über andere Personen nicht weiter bestimmen (dürfen). Auch wenn das manchmal in der Theorie leichter klingt als es in der Praxis ist, es ein langer und stetiger Lernweg ist und ich sicherlich noch nicht an dem Punkt bin, diese Besitzansprüche auf Liebe & Sexualität, welche mir mein Leben lang als normal und richtig eingetrichtert worden sind, vollkommen abzulegen, weiß ich – anders könnt ich nicht mehr.
Sich damit zu beschäftigen, anders zu lieben, als es uns die Norm vorgibt, wirft zwangsläufig viele Fragen und Überlegungen auf …

LiebeFreiLOGO02

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Oh my lover
Don’t you know it’s alright ?
You can love her
You can love me at the same time
Much to discover

PJ Harvey – Oh my lover
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Wieso wird es gesellschaftlich eigentlich immer früher oder später verlangt, die Beziehung zu anderen Menschen zu definieren und in abgesteckte Rahmen zu pressen? Wieso darf ich mehrere „Freundschaften“ haben, mehrere Kinder und Familienmitglieder lieben – aber nur eine Person im Sinne einer Partnerschaft? Die Gesellschaft zwängt Liebe in Regeln, welche eingehalten werden müssen. Uns wird durch Medien und Erziehung eingeprägt, dass wir alle a) eine_n Partner_in brauchen, um glücklich zu werden und b) vor allem, dass es nur „wahre Liebe“ sei, wenn diese Liebe sich nur auf eine einzige Person beschränkt. Aber ich frage mich: Kann serielle Monogamie, die auf Regeln und Besitzansprüchen beruht, wirklich “mehr Liebe“ sein als zwischenmenschliche Beziehungen, welche einfach das Gefühl und die Bedürfnisse leben und lieben – ohne dabei Regeln aufzustellen und andere Personen durch Verbote und Exklusivitätsrechte zum Eigentum erklären? Und was genau ist überhaupt „wahre Liebe“? Heißt es meine_n Partner_in nach und nach so sehr an mich anzupassen, dass wir ohneeinander irgendwann nicht mehr können? Wo gibt es dieses Traumpaar, bei dem auch nach Jahren noch alle Bedürfnisse gleich ticken und sich keine_r der beiden einschränken muss? Es wird immer behauptet „wahre Liebe“ hieße, den Menschen so zu akzeptieren, wie sie_er ist. Aber in welcher dieser Traumbeziehungen um uns herum ist das überhaupt der Fall? Menschen entwickeln sich weiter, sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Bedürfnisse – und genau das ist auch gut so! Wenn wir uns stetig nur nach einer einzigen Person richten, besteht die Gefahr, sich selbst stark zu verbiegen, ohne es bewusst als dieses wahrzunehmen (oder gar als positiv wahrzunehmen) und Chancen zu verpassen, da es statt Vielfalt eine Einfalt gibt. Wieso sollte ich nur, weil ich auch Gefühle und Zuneigung für eine zweite Person entwickle, die andere Person weniger mögen? Dies würde ein begrenztes Kontingent an verfügbarer Liebe voraussetzen. Sicherlich gibt es ein begrenztes Kontingent an verfügbarer Zeit und je mehr Menschen eine wichtige Rolle im Leben einer Person spielen, desto weniger Zeit bleibt ggf. für die einzelne, aber das ist nicht anders als mit herkömmlichen Freundschaften auch. Dass es jedoch ein begrenztes Kontingent an Liebe gibt, kann ich nicht glauben.

Wir können nicht verhindern, dass sich der_die Partner_in jemals in eine andere Person verlieben wird – auch in monogamen Beziehungen ist dies Alltag. Oft werden diese Gefühle nur unterdrückt, sie werden heimlich ausgelebt oder die Person muss sich für eine der beiden Personen entscheiden. Wieso muss ich mich entscheiden, eine wundervolle Liebe zu beenden, nur um auch andere Personen gern zu haben? Viele Menschen sagen mir, sie selbst hätten gar nicht das Bedürfnis nach anderen Personen. Das glaube ich voll und ganz! Es wäre auch komisch, wenn wir ständig “auf der Suche” durch die Gegend laufen würden. Aber fast keine Person, welche schon längerfristige Beziehungen erlebt hat, kann bestreiten, dass irgendwann andere Personen, die mensch interessant findet, ins Leben kommen und er_sie sich dann für eine der oben genannten Möglichkeiten entscheiden musste – und damit entweder natürliche Bedürfnisse unterdrückt oder aber einen geliebten Menschen aufgeben und verletzen muss. Warum? Warum nicht einfach diese Gegebenheit akzeptieren und einen neuen Weg finden?!

Wirklich schlüssig scheint mir diese scheinbare Sicherheit heutzutage nicht mehr. Schon gar nicht, wenn wir bedenken, wie lange diese “seriell monogamen Beziehungen” heutzutage wirklich andauern, wie viel Leid sie oft am Ende mit sich bringen und wie hoch die Rate des aktiven Fremdgehens oder einfach nur des Fremddenkens ist. Ich möchte weder die Gedanken, Gefühle, Handlungen und Bedürfnisse einer anderen Person weiter einsperren und unterdrücken, nur um mir selbst eine Sicherheit und ein Exklusivrecht zu erkämpfen, welches am Ende meinem Ego dient, nicht aber dem Wohle der Person, welche ich liebe. Wenn ich Rücksicht auf andere aktuelle Gefühls- und Lebenssituationen von Menschen nehmen möchte, in Form von Verzicht und Rücksicht, kann ich oder die andere Person dies tun – aber aus Liebe heraus und aus dem gemeinsamen Bedürfnis füreinander da zu sein in dieser Zeit und nicht aus einem gesellschaftlichen Vertrag heraus. Liebe sollte nicht in Regeln gezwungen werden, sondern einfach gelebt werden dürfen!

Ich möchte mit diesem Text nicht behaupten, welche Liebes- und Lebensform die richtige sei, denn ich denke „die richtige“ gibt es nicht. Das sind einfach nur meine ganz subjektiven Gedanken und Schlüsse – diese können für andere Menschen wieder komplett unterschiedlich ausfallen und ich möchte damit keinesfalls Menschen, die sich bewusst für eine monogame Liebesbeziehung entschieden haben, diskreditieren oder ihren Weg “abwerten”!

Liebeslieder mal anders ♫

22 Sep

„Liebeslieder“ zu finden welche nicht von romantischen Zweier-Beziehungen (RZB), Eifersucht, Herzschmerz, „für immer und ewig“, Besitzansprüchen und Ähnlichem handeln sind selten – aber einige wenige Schätze gibt es!

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1. FaulenzA – Gefühle in Ketten
„Ich würd‘ dich gern was fragen, ob es Liebe gibt?
Was meint ein Mensch wenn dieser, einen andern liebt?
Zögern. Dann sagst du: Das heiißt oft gar nicht viel.
Viele meinen mit Liebe, nicht das schöne Gefühl.
Viele sagen Liebe und meinen den Vertrag,
dass ein Mensch auf Lebenszeit für dich nur fühlen mag“
http://www.youtube.com/watch?v=SAf7CnDfgOs



2. Früchte es Zorns – Liebeslied
„Du kannst dich anlehnen, ich mag dich stützen
aber tragen will ich dich nicht
Ich mag mit dir dasein, nicht für dich dasein
Ich mag dir helfen und nicht dich retten
Und wir müssen uns nicht schämen
nicht funktionieren und nicht irgendwie sein
Und wenn es wehtut, dann lass uns schrein
Lass uns tanzen, und lass uns wüten
Niemals niemals, Käfig sucht Vogel“

 


3.  Shaban & Käptn Peng – Sie mögen sich
Sie fangen an in dem Wald zu wohnen.
Ernähren sich von Tauben, von Rinde, von Bohnen.
Sie schwören sich, sich nie zu schonen, um das Beste gegeseitig auch sich rauszuholen.
Sie erfinden ein eigenes Land.

Tragen Namen die der andere erfand.
Jeder lernt was der andere kann, der eine verlor was der andere fand.“


 

4. David Rovics – The Polyamory Song
„Each one of the four seasons
Leaves me feeling good
Sitting in the shade in the summer
In the winter chopping wood
Sometimes I love cloudy days
But I also dig the sun
But I don’t think I’m crazy
For having so much fun
But they say you are bad
Or perhaps you are mad
Or at least you should stay undercover
Your mind must be bare
If you would dare
To think you can love more than one lover“


5. David Cosby – Triade
„So you see what we can do
Is to try something new – that is if you’re crazy too
But I don’t really see, why can’t we go on as three

6. PJ Harvey – Oh my lover
Oh my lover
Don’t you know it’s alright ?
You can love her
You can love me at the same time
Much to discover

Sprengkraft

27 Aug

Wenn alte Illusionen plötzlich zerplatzen,
heißt es Gedankengitter zerkratzen,
Ideale neu zu entfachen,
und gesellschaftliche Zwänge auszulachen.

Auferlegte Ketten im Kopf besiegen
und aufhören uns und andere Personen immer weiter zu verbiegen.

Wir müssen das Lieben und Leben neu entdecken
und dem Alltag und Trott endlich die Zunge rausstrecken.

Gewohnheiten durchbrechen, Alltag verbannen und Neues bewegen
nicht aufhören zu träumen vom herrschaftsfreien Leben !

(Dinge die mir in den Sinn kommen ohne irgendeinen literatischen Anspruch)

Blogs & Texte zum Thema l(i)eben

26 Aug

 

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Einzelne Texte:

Wird ständig aktualisiert – Stand 20.08.2014